Carl Ludwig Berger (1794-1871) nahm 1854 in Witten an der Ruhr ein Gussstahlwerk in Betrieb. Er belieferte die preußischen Gewehrfabriken in Spandau, Danzig und Saarn mit Rohmaterial und ebenso
die Solinger Klingenfabrikanten. Zwischen 1860 und 1864 gingen 64 Geschütze an die preußische Armee.
Im Juli 1873 erfolgte eine Lieferung von 9.994 Stahlstangen nach Nordamerika. Die Firma Colt fertigte daraus Trommeln für ihren neuen Single-Action-Army-Revolver.
Im gleichen Jahr fand die Umwandlung des Stahlwerks in ein Unternehmen namens „Gußstahlwerk und Waffenfabrik vormals Berger & Comp. Witten“ statt. Man hatte das Ziel, einer der führenden
Rüstungsbetriebe im Deutschen Reich zu werden. Kernprodukt war zunächst das Martini-Henry-Gewehr.
Schließlich wurde auch ein Salvengewehr hergestellt, basierend auf einer Konstruktion aus dem Hause Tranter (Britisches Patent Nr. 1881/303: "Improvements in machine guns"). Das hier gezeigte,
1881 hergestellte Exemplar befand sich im britischen Artilleriemuseum im Londoner Stadtteil Woolwich. Die zehnläufige Waffe hat das Kaliber .45 Gatling. Später kamen in Witten auch
Maxim-Maschinengewehre hinzu, sowie Marinegeschütze und Festungs- und Belagerungskanonen.
Literatur
D. Ziesing: Martini-Henry-Gewehre aus Witten an der Ruhr, in: Waffen- und Kostümkunde, Zeitschrift für Waffen- und Kleidungsgeschichte, 53. Band, Heft 2/2011